Wende die OVI-Methode an und schreibe einen professionellen Kurztext.
In dieser Aufgabe siehst du ein Diagramm zum fiktiven Thema "Verkehrsmittelwahl auf dem Arbeitsweg für Personen in der Ausbildung (Schweiz, 2015-2023)".
Bearbeite die Fragen 1–3 direkt in den Textfeldern und vergleiche sie danach mit den Musterlösungen. In Aufgabe 4 analysierst du eine fehlerhaft dargestellte Grafik.
Durchschnittliche Tagesstrecke pro Person in km
Quelle: Fiktives Bundesamt für Mobilität, 2024
1. Schritt "Orientieren": Formuliere zwei Sätze, in denen du das Diagramm vorstellst. Berücksichtige dabei Grafiktyp, Thema, Darstellungsform, Zeitraum und Quelle.
«Das vorliegende Liniendiagramm gibt Auskunft über die Verkehrsmittelwahl von Lernenden und Studierenden unter 25 Jahren auf ihrem Arbeitsweg. Der Grafik ist zu entnehmen, wie sich die durchschnittliche Tagesstrecke in Kilometern pro Person für ÖV, Auto und Langsamverkehr im Zeitraum von 2015 bis 2023 entwickelt hat. Die Daten stammen aus dem Jahr 2024 und wurden vom fiktiven Bundesamt für Mobilität veröffentlicht.»
2. Schritt "Verstehen": Beschreibe unter Verwendung von verstärkenden oder abschwächenden Redemitteln, was genau zwischen 2019 und 2023 beim ÖV und Auto passiert ist.
«Die Kurve des öffentlichen Verkehrs (ÖV) ist bis 2019 stetig gestiegen (auf rund 16 km) und hat ab 2020 signifikant abgenommen, sodass der Wert im Jahr 2023 noch bei ca. 12 km lag. Im Gegensatz dazu hat sich die Autonutzung massiv verstärkt: Während der Wert zwischen 2015 und 2019 eher konstant auf tiefem Niveau lag, stieg die Tagesstrecke mit dem Auto nach 2020 deutlich an und hat sich bis 2023 beinahe verdoppelt.»
3. Schritt "Interpretieren": Ziehe eine begründete Schlussfolgerung und nenne mindestens zwei mögliche Ursachen für diese Entwicklung ab 2020.
«Dieser markante Wechsel ab 2020 ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass die Corona-Pandemie die Verkehrsgewohnheiten nachhaltig verändert hat. Ein Grund dafür könnte sein, dass viele junge Menschen das Autofahren als sicherere und hygienischere Alternative zum vollen Zug empfanden. Möglicherweise führte auch der Ausbau und die Beliebtheit von eigenen oder gemeinsamen Fahrzeugen während und nach Pandemiezeiten dazu, dass der ÖV-Anteil kontinuierlich tiefer blieb.»
4. Kritikfähigkeit: Stell dir vor, ein Autoverband veröffentlicht eine Variante dieser Grafik, bei der die Skala der y-Achse erst bei 5 km beginnt, und nutzt sie für die Aussage:
«ÖV-Nutzung durch Junge in der Schweiz stirbt völlig aus!».
Erkläre kurz, warum das eine Manipulation ist und wie man auf diese irreführende Taktik als Konsument reagieren sollte.
«Wenn die y-Achse erst bei 5 km statt bei 0 km startet, spricht man von der Manipulationstechnik "Skala verkürzen/abschneiden". Dies führt dazu, dass die Kurve des ÖV optisch in den "Keller" zu fallen scheint und die Verluste dramatisch überzeichnet aussehen, obwohl der ÖV 2023 mit ca. 12 km im Alltag immer noch vergleichbar stark genutzt wird. Als Konsument sollte man die Quelle prüfen (in diesem Fall ein Verband mit starken Eigeninteressen) und exakt kontrollieren, ob die Achse bei Null beginnt oder ob Abstände gestaucht oder unregelmässig sind.»