Teste dein Wissen zum Thema Versicherungen in drei Schwierigkeitsstufen â von einfachen Grundlagen bis zur komplexen Fallstudie mit Berechnungen.
WÀhle unten eine Schwierigkeitsstufe. Beginne mit Leicht, wenn du die Begriffe festigen willst, und steigere dich bis zur Stufe Schwer mit einer praxisnahen Fallstudie und Berechnungen. Tippe deine Antworten direkt ein und vergleiche sie mit der Musterlösung.
Multiple-Choice-Fragen zu den wichtigsten Begriffen und dem SolidaritĂ€tsprinzip. Klicke die richtige Antwort an â du erhĂ€ltst sofort eine RĂŒckmeldung.
1. Was bezeichnet man als «PrÀmie»?
2. Welche Versicherung ist in der Schweiz obligatorisch?
3. Wie nennt man das Vertragsdokument einer Versicherung?
4. Das SolidaritĂ€tsprinzip bedeutet âŠ
5. Zu welcher Hauptart gehört die Privathaftpflichtversicherung?
6. Welche Aussage ĂŒber die Franchise stimmt?
Offene Fragen mit kurzen ErklÀrungen und einer einfachen Berechnung. Schreibe deine Antwort und vergleiche sie danach mit der Musterlösung.
1. Obligatorisch oder freiwillig? Ordne die folgenden Versicherungen jeweils zu und nenne bei jeder kurz, weshalb: Motorfahrzeug-Haftpflicht, Hausrat, Krankenversicherung (Grund), Rechtsschutz.
2. SolidaritĂ€tsprinzip: ErklĂ€re in zwei bis drei SĂ€tzen, wie das SolidaritĂ€tsprinzip funktioniert und warum es fĂŒr die Einzelne sinnvoll ist.
«Beim SolidaritĂ€tsprinzip zahlen viele Versicherte regelmĂ€ssig eine PrĂ€mie in einen gemeinsamen Topf. Aus diesem Topf werden die SchĂ€den der wenigen bezahlt, die tatsĂ€chlich ein Schadenereignis haben. So wird das Risiko auf viele Schultern verteilt, und niemand muss einen grossen Schaden allein tragen â fĂŒr die Einzelne ist die PrĂ€mie tragbar, der Schutz im Ernstfall aber gross.»
3. Haftpflicht vs. Kasko: Du verursachst mit dem Auto einen Unfall. ErklĂ€re, welche Versicherung den Schaden am fremden Auto ĂŒbernimmt und welche den Schaden am eigenen Auto.
«Den Schaden am fremden Auto ĂŒbernimmt die Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung (sie deckt SchĂ€den an Dritten). Den Schaden am eigenen Auto deckt bei einem selbstverschuldeten Unfall nur die Vollkasko. Die Teilkasko wĂŒrde nur SchĂ€den ohne eigenes Verschulden (z. B. Hagel, Diebstahl) ĂŒbernehmen.»
4. Franchise & Selbstbehalt: Tim hat eine Franchise von 500 CHF und einen Selbstbehalt von 10 %. Seine Arztkosten betragen dieses Jahr 1'500 CHF. Berechne, wie viel Tim selbst bezahlt und wie viel die Krankenkasse ĂŒbernimmt. Zeige den Rechenweg.
Wende dein gesamtes Wissen auf eine zusammenhĂ€ngende Fallstudie an. Hier brauchst du Begriffe, Haftungsprinzipien und mehrere Berechnungen. Nimm dir Zeit fĂŒr eine saubere Argumentation.
Sara (20) hat die Lehre als Kauffrau abgeschlossen und kauft sich ihr erstes Auto (Occasion, Wert 12'000 CHF). Sie schliesst die obligatorische Motorfahrzeug-Haftpflicht ab und ĂŒberlegt zusĂ€tzlich eine Teil- oder Vollkasko. Ihre Versicherung arbeitet mit einem Bonus-Malus-System. Sara sagt: «Eine Privathaftpflicht brauche ich nicht, ich habe ja schon die Autoversicherung.» Im ersten Jahr passiert Folgendes: Bei einem selbstverschuldeten Parkschaden beschĂ€digt Sara ihr eigenes Auto (Reparatur 3'000 CHF) und zerkratzt ein fremdes Auto (Reparatur 2'000 CHF). Wenig spĂ€ter wird ihr parkiertes Auto bei einem Hagelsturm beschĂ€digt (1'800 CHF).
1. Wer zahlt was? Ordne die drei Schadenereignisse den passenden Versicherungen zu (Haftpflicht / Teilkasko / Vollkasko) und begrĂŒnde jeweils kurz.
2. Saras Irrtum: Sara meint, sie brauche keine Privathaftpflicht, weil sie eine Autoversicherung habe. ErklÀre, weshalb diese Annahme falsch ist.
«Die Motorfahrzeug-Haftpflicht deckt nur SchĂ€den, die Sara mit dem Auto verursacht. Die Privathaftpflicht deckt hingegen SchĂ€den im ĂŒbrigen Privatleben â etwa, wenn Sara beim Nachbarn etwas zerbricht oder als Mieterin einen Wasserschaden verursacht. Beide Versicherungen decken völlig unterschiedliche Bereiche; die Autoversicherung ersetzt die Privathaftpflicht also nicht.»
3. Selbstbehalt Vollkasko: FĂŒr den selbstverschuldeten Schaden am eigenen Auto (3'000 CHF) gilt ein Vollkasko-Selbstbehalt von 1'000 CHF. Berechne, wie viel Sara selbst trĂ€gt und wie viel die Versicherung zahlt.
4. Bonus-Malus-Ăberlegung: Wegen des selbstverschuldeten Schadens steigt Saras JahresprĂ€mie durch den Malus von 1'100 CHF auf 1'600 CHF und bleibt wĂ€hrend 3 Jahren erhöht (vereinfachte Annahme: konstant 1'600 statt 1'100). Berechne die gesamten Mehrkosten durch den Malus ĂŒber diese 3 Jahre. Beurteile anschliessend: HĂ€tte Sara den fremden Parkschaden (2'000 CHF) besser selbst bezahlen sollen?
Beurteilung: Der fremde Parkschaden kostete 2'000 CHF, der Malus verursacht 1'500 CHF Mehrkosten. Da der Schaden (2'000) grösser ist als die Malus-Mehrkosten (1'500), lohnt sich die Meldung an die Haftpflicht hier knapp. Bei kleineren SchĂ€den (z. B. unter 1'500 CHF) wĂ€re es dagegen oft gĂŒnstiger gewesen, den Schaden selbst zu bezahlen, um den Malus zu vermeiden.
5. Haftungsprinzip: Beim Parkschaden hat Sara das fremde Auto durch Unachtsamkeit beschĂ€digt. Welches Haftungsprinzip greift hier â Verschuldenshaftung oder Kausalhaftung? BegrĂŒnde und grenze die beiden Prinzipien mit je einem Beispiel voneinander ab.
«Hier greift die Verschuldenshaftung: Sara haftet, weil sie den Schaden durch FahrlĂ€ssigkeit (Unachtsamkeit) â also schuldhaft â verursacht hat. Bei der Verschuldenshaftung haftet man nur bei eigenem Fehler (Beispiel: unaufmerksames Einparken).
Im Gegensatz dazu haftet man bei der Kausalhaftung unabhÀngig vom Verschulden, allein aufgrund einer Rolle oder Gefahrenquelle (Beispiel: Ein Hundehalter haftet, wenn sein Hund jemanden beisst, auch wenn er alles richtig gemacht hat).»